Der Nudgekatalog

Dieser Katalog ist eine Sammlung von “Green Nudges“. Die gesammelten Nudges wurden alle in Laborstudien, Feldversuchen oder in Unternehmen getestet und evaluiert. Sie können den Katalog nach fünf Anwendungsfeldern (z.B. Energie & Strom siehe Reiter) sowie neun unterschiedlichen Nudge-Typen (linke Seite) filtern und erhalten jeweils eine Kurzbeschreibung des Nudges, seines Ziels, der Wirkungsmechanismen und ggf. eine wissenschaftliche Quelle.

Wir haben zudem Instrumente entwickelt, die Sie dabei unterstützen, in Ihrem Unternehmen Nudges umzusetzen:

Zu den Nudging-Tools springen

Alle Nudges mit der Typisierung „Sozialen Referenzpunkt setzen, Selbstverpflichtung fördern“:

Feedback durch Energiebeauftragten

Individuellen Energieverbrauch reduzieren

Aus den Mitarbeitenden eines Unternehmens werden eine oder mehrere Personen als freiwillige Energiebeauftragte ausgewählt. Diese Beauftragten senden monatliches Feedback über die Energieeinsparungen in kWh im Bürogebäude an andere Kolleg/innen und fungieren als Kontaktperson.

Dieser Nudge wirkt durch das regelmäßige Feedback zu vergangenem Verhalten in leicht verständlichen Einheiten durch eine gleichgestellte und vertrauensvolle Person. Dieser Nudge zeigte in einer Studie durchschnittliche Energieeinsparungen von 4% – 7% in den jeweiligen Bürogebäuden.

Wissenschaftliche Quellen:
Carrico, A. R., & Riemer, M. (2011). Motivating energy conservation in the workplace: An evaluation of the use of group-level feedback and peer education. Journal of environmental psychology, 31(1), 1-13.

„Könnt ihr das, AOK?“-Nudge In der Pilotphase getestet

Stromverbrauch reduzieren

Im Rahmen einer Kampagne werden auf einer zentralen unternehmensinternen Plattform Nachrichten mit einer Botschaft („Watt ihr wollt“) sowie übersetzten Informationen zu den Auswirkungen des Energieverbrauchsverhaltens am Arbeitsplatz an die Mitarbeitenden gerichtet. Diese Informationen erscheinen automatisch, wenn der PC gestartet wird.

Dieser Nudge wirkt auf mehreren Ebenen: Die Mitarbeitenden werden automatisch an das Stromsparen erinnert und wichtige Informationen dazu werden verständlich übersetzt. Zudem kann die interne Kampagne identitätsstiftend sein und als verstärkte Selbstverpflichtung wirken.

Welche Unternehmen haben diesen Nudge bereits umgesetzt?

Öffentliches Energie-Feedback

Stromverbrauch von Computern reduzieren

Der Energieverbrauch des Computers aller Mitarbeitenden in einem Unternehmen wird über einen Stromzähler gemessen und in kWh-Einheiten aufgezeichnet. Jeder der Mitarbeitenden erhält ein wöchentliches Feedback per E-Mail, das mit einer Schulnote sowie einem entsprechend der Note ausformulierten Lob bzw. Kritik versehen ist. Außerdem enthält die E-Mail ein Ranking mit den Schulnoten aller anderen Mitarbeitenden. Dieser Nudge wirkt durch die Bereitstellung von wöchentlichem Feedback zum Energieverbrauch und dem öffentlichen Vergleich mit den anderen Mitarbeitenden.

Achtung: Die Ausgestaltung des Feedbacks kann variieren und dem Kontext angepasst werden; so kann beispielsweise die Komplexität der Informationen weiter reduziert werden, indem nur die Relation des eigenen Energieverbrauchs im Vergleich zu anderen Mitarbeitenden öffentlich gemacht wird – etwa durch lachende oder weindende Smileys.

Welche Wirkungsmechanismen sind bei diesem Nudge relevant?

Wissenschaftliche Quellen:
Handgraaf, M. J., de Jeude, M. A. V. L., & Appelt, K. C. (2013). Public praise vs. private pay: Effects of rewards on energy conservation in the workplace. Ecological Economics, 86, 86-92.

Stromsparwettbewerb im Team Gamification-Elemente enthalten

Individuellen Energieverbrauch reduzieren

Mitarbeitende in sechs verschiedenen Gebäuden einer Universität treten in einem Energiespar-Wettbewerb gegeneinander an. Zu diesem Wettbewerb wird eine Online-Plattform mit Informationen genutzt. Im Fokus steht vergleichendes Feedback zwischen den Gebäuden, das in Form von Graphen in einem Ranking präsentiert wird. Alternativ dazu ist auch ein Wettbewerb von zwei Teams möglich, wobei das Team gewinnt, das die meisten „richtigen“ (also wirksamen) Energiesparmaßnahmen aus einer Auswahl gewählt hat. Nach dem Wettbewerb erfolgt auch hier ein Vergleich mit dem anderen Team und der Gewinner wird öffentlich gemacht. Dieser Nudge wirkt hauptsächlich durch den sozialen Vergleich und das Feedback. Verstärkt wird er durch das Element des Wettbewerbs. Der Nudge führte in einer Studie zu durchschnittlichen Energieeinsparungen von 6,5% pro Gebäude.

Achtung: Nach Abschluss der Maßnahme sollte darauf geachtet werden, dass die Einsparungen nicht wieder verschwinden oder sogar höhere Verbräuche folgen (sog. Rebound-Effekt). Eine längere Laufzeit oder eine jährliche Wiederholung der Maßnahme kann hier sinnvoll sein, um den Effekt des Nudges langfristig zu verankern.

Welche Wirkungsmechanismen sind bei diesem Nudge relevant?

Wissenschaftliche Quellen:
Dixon, Graham N., Deline, Mary Beth, McComas, Katherine, Chambliss, Lauren, & Hoffmann, Michael. (2015). Using comparative feedback to influence workplace energy conservation: A case study of a university campaign. Environment and Behavior, 47(6), 667-693.

Bühren, Christoph; Daskalakis, Maria (2015) : Do not incentivize eco- friendly behavior: Go for a competition to go green!, Joint Discussion Paper Series in Economics, No. 34-2015

Stromverbrauchs-Vergleich

Individuellen Energieverbrauch reduzieren

Nach dem Auslesen des Stromzählers erhalten die Verbraucher/innen eine schriftliche Nachricht mit Informationen, wie viel Energie (in kWh pro Tag) sie in einer entsprechenden Periode verbraucht haben sowie Informationen über den durchschnittlichen Verbrauch in der Umgebung. Je nach dem eigenen Verbrauch im Verhältnis zu den Nachbarn wird die Nachricht mit einem lachenden, neutralen oder weinenden Smiley versehen, das Anerkennung bzw. Verbesserungspotenzial ausdrücken soll.

Der Nudge ist wirksam durch das konkrete Feedback zu vergangenem Verhalten, den Verweis auf einen sozialen Referenzpunkt sowie den Hinweis auf die gesellschaftliche Akzeptanz des Verhaltens.

Welche Wirkungsmechanismen sind bei diesem Nudge relevant?

Wissenschaftliche Quellen:
Schultz, P. W., Nolan, J. M., Cialdini, R. B., Goldstein, N. J., & Griskevicius, V. (2007). The constructive, destructive, and reconstructive power of social norms. Psychological science, 18(5), 429-434.

Treppen-Motivations-Nudge In der Pilotphase getestet Gamification-Elemente enthalten

Treppen gehen statt Aufzüge nutzen

An den Treppenstufen werden motivierende Schilder mit übersetzten Botschaften (z.B. Energieverbrauch des Körpers beim Treppenlauf und Energieverbrauch des Aufzugs) angebracht. Die Botschaften sollen die Mitarbeitenden dazu bewegen, die Treppe statt den Aufzug zu nutzen. Zudem wird die Anzahl der Treppenläufe durch die Mitarbeitenden durch ein zu befüllendes Glasgefäß visualisiert. Das Glasgefäß wird am Ende der Treppe am Eingang des Büros angebracht. Nach jedem Treppenlauf werfen die Mitarbeitenden eine Nuss in das Glas. Durch die Menge an Nüssen erhalten die Mitarbeitenden Feedback dazu, wie viele Treppenläufe sie bereits absolviert haben.

Dieser Nudge wirkt durch die motivierenden Botschaften am Anfang der Treppe, das Feedback durch das Nussglas und die Erhöhung der Selbstverpflichtung.

Welche Wirkungsmechanismen sind bei diesem Nudge relevant?

Welche Unternehmen haben diesen Nudge bereits umgesetzt?

In der Pilotphase getestet
Gamification-Elemente enthalten

Die Green-Nudging-Tools

Wir haben im Projekt Green Nudging Instrumente entwickelt, die Sie dabei unterstützen, in Ihrem Unternehmen Nudges umzusetzen.

Green Nudging Präsentation
Die Präsentation

Die Folien der Green-Nudging-Präsentation erklären mit Beispielen das Konzept des Nudging.

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Green Nudging Nudge-Katalog
Der Nudge-Katalog

Einen Nudge-Katalog mit Anstößen in fünf Anwendungsfeldern finden Sie hier.

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Green Nudging Transferblätter
Die Transferblätter

Die Transferblätter erläutern die wichtigen Faktoren bei der Umsetzung der Nudges im Unternehmen.

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Green Nudging Leitfaden
Der Leitfaden

Der Leitfaden führt Sie ausführlich durch den gesamten Prozess des Nudging.

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